TITLE: METHOD FOR THE FABRICATION OF ARTICLES CAST FROM HIGHLY FILLED RESINS HAVING A SURFACE WITH REGIONS OF DIFFERENT COLOURS European Patent Application EP0526818 A3 ABSTRACT: Abstract of EP0526818 The invention relates to a process for fabricating polymer mouldings having differently coloured surface regions from casting resins, in which a surface of the shaping mould, before filling with the casting resin, is coated with a curable coating of a colorant-containing composition in such a manner that different colours result, the coating being applied in at least two coating operations onto the surface regions of the mould intended for this by applying in the first coating operation a filler-containing coating dispersion L-1 without the addition of colorant and applying in the second coating operation a filler-free colorant-containing coating L-2 and, after drying of the coats, filling the mould with the casting resin and polymerising the latter by heating and subsequently removing the moulding. INVENTORS: Dijkhuizen, Okko Kornelius Krieg, Dr. Manfred Ittmann, Guenter APPLICATION NUMBER: EP19920112747 PUBLICATION DATE: 05/05/1993 FILING DATE: 07/25/1992 ASSIGNEE: ROEHM GMBH BOWIC B.V. INTERNATIONAL CLASSES: B29C37/00; B29C39/12; B29C41/22; (IPC1-7): B29C37/00; B29C39/12 EUROPEAN CLASSES: B29C37/00C2B; B29C39/12; B29C41/22 CLAIMS: 1. Verfahren zur Herstellung von Polymerisatformst·ucken aus Giessharzen mit farblich differenzierten Oberfl·achenbereichen bei dem eine Oberfl·ache des formgebenden Werkzeugs vor dem Verf·ullen mit dem Giessharz mit einem h·artbaren ·Uberzug einer farbmittelhaltigen Zusammensetzung derart beschichtet wird, dass farbliche Differenzierung entsteht, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschichtung in mindestens zwei Lackierungsschritten auf die daf·ur vorgesehenen Oberfl·achenbereiche des Werkzeugs aufgebracht wird, wobei im ersten Lackierungsschritt eine f·ullstoffhaltige Lackdispersion L-1 ohne Farbmittelzusatz im zweiten Lackierungsschritt ein f·ullstoff-freier, farbmittelhaltiger Lack L-2 aufgebracht wird und nach der Trocknung der Lackschichten, das Werkzeug mit dem Giessharz gef·ullt und unter Erw·armen polymerisiert und schliesslich entformt wird. 2. Verfahren gem·ass Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass anschliessend an die Trocknung des Lacks L-2 in einem dritten Lackierungsschritt ein f·ullstoffhaltier Lack L-1' ohne Farbmittelzusatz aufgebracht wird und nach der Trocknung der Lackschichten das Werkzeug mit dem Giessharz gef·ullt und unter Erw·armen polymerisiert und schliesslich entformt wird. 3. Verfahren gem·ass Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der f·ullstoffhaltige Lack L-1' dem Lack L-1 entspricht. 4. Verfahren gem·ass den Anspr·uchen 1 und 3, dadurch gekennzeichnet, dass die f·ullstoffhaltigen Lackdispersionen L-1 neben einer F·ullstoffkomponente F' ein polymeres Bindemittel B und eine fl·ussige Tr·agerkomponente T enth·alt. 5. Verfahren gem·ass den Anspr·uchen 1 und 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Lack L-2 mindestens ein Farbmittel FM neben der fl·ussigen Tr·agerkomponente T enth·alt. 6. Verfahren gem·ass Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Lack L-2 noch das Bindemittel B enth·alt. 7. Verfahren gem·ass den Anspr·uchen 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die polymeren Binder B ganz oder teilweise aus einem mindestens zwei reaktive Komponenten enthaltenden, h·artenden System B-R gebildet werden. 8. Verfahren gem·ass den Anspr·uchen 4 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die polymeren Binder B ausser aus dem h·artenden System B-R noch aus einem polymeren Binder B-P bestehen. 9. Verfahren gem·ass Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass der polymere Binder P-B ein Homo- oder Copolymerisat des Methylmethacrylats darstellt. 10. Verfahren gem·ass den Anspr·uchen 1 und 4, dadurch gekennzeichnet, dass die fl·ussige Tr·agerkomponente T einen Siedepunkt unter Normalbedingungen im Bereich 50 - 200 Grad C besitzt. 11. Verfahren gem·ass Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die fl·ussige Tr·agerkomponente T einen Siedepunkt unter Normalbedingungen im Bereich 75 - 170 Grad C besitzt. 12. Verfahren gem·ass den Anspr·uchen 1 sowie 10 und 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Tr·agerkomponente T ganz oder teilweise aus radikalisch polymerisierbaren Monomeren besteht. 13. Verfahren gem·ass Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Tr·agerkomponente T ganz oder teilweise aus einem oder mehreren Alkylestern der (Meth)acryls·aure mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen im Alkylrest besteht. 14. Verfahren gem·ass Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Tr·agerkomponente T ganz oder teilweise aus Methylmethacrylat besteht. DESCRIPTION: Gegenstand der Erfindung Die Erfindung betrifft ein verfahren zur Herstellung von Polymerisatformst·ucken aus hochgef·ullten Giessharzen mit farblich differenzierten Oberfl·achenbereichen, wobei die farblich differenzierte Oberfl·ache mittels Lackierung in mindestens zwei Schichten erzeugt und fixiert wird. Stand der Technik Bereits im deutschen Patent 693 824 wird beschrieben, dass man farbstoffhaltige Schichten in Polymerisatformst·ucke, die durch Polymerisation in der Form erzeugt werden, dicht unter der Oberfl·ache einbetten kann, indem man solche farbstoffhaltigen Schichten, welche ein in den zu polymerisierenden Verbindungen praktisch unl·osliches Bindemittel enthalten, auf die Formwandung auftr·agt und dann nach Einf·ullen der zu polymerisierenden fl·ussigen Verbindungen die Polymerisation in bekannter Weise durchf·uhrt. Die farbstoffhaltigen Schichten k·onnen gleichm·assig oder ungleichm·assig verteilt und unter Anwendung verschiedener farbstoffhaltiger Schichten, z.B. mehrfarbig sein. Vorgesehen ist u.a. auch die Verwendung von (organischen) L·osungsmitteln f·ur die angewendeten Bindemittel. Eine Nachbehandlung wie das Aufbringen einer Deckschicht sei dagegen entbehrlich. Die DE-A 30 23 964 beschreibt ein Verfahren zur Erzeugung farbmittelhaltiger Zonen in Acryl- und Methacrylharzen in Oberfl·achenn·ahe im Zuge der Polymerisation der die Harze bildenden Monomeren und Praepolymeren in formgebenden Polymerisationskammern, dadurch gekenzeichnet, dass man zun·achst in einem Bindemittel homogen verteilte Farbmittel auf die Wandung der formgebenden Polymerisationskammer als Schicht aufbringt, wobei das Bindemittel im fl·ussigen Harz bzw. seinen Vorstufen l·oslich oder zumindest anquellbar ist, und dass man nach Einf·ullen der zu polymerisierenden Monomeren und/oder Praepolymeren in an sich bekannter Weise zu Harzen polymerisiert. Aus dem EP 061 245 ist ein Verfahren zur Bildung eines Formgegenstands bekannt, bei welchem die Zusammensetzung in einer Form ausgeh·artet wird, die mindestens zwei Formteile aufweist, welche einen Hohlraum definieren, und bei welchem von der Einf·uhrung der h·artbaren Zusammensetzung in den Formhohlraum mindestens ein Teil der den Formhohlraum bildenden Oberfl·ache mit einer Abscheidung aus einem Material versehen wird, das mit der h·artbaren Zusammensetzung einen Farbkontrast liefert, wobei die Abscheidung auf Fl·achen der Form vorgesehen wird, die den Fl·achen auf dem geh·arteten Formgegenstand entsprechen, auf denen ein Farbkontrast gebildet werden soll, dadurch gekennzeichnet, dass die Abscheidung aus mindestens einem feinverteilten Pigment in Mischung mit mindestens einem feinverteilten F·ullstoff einer durchschnittlichen Teilchengr·osse von 100 mu m oder weniger besteht und dass das Gemisch als Suspension in einem fl·uchtigen Tr·agermaterial aufgebracht wird. Die EP-A 0 217 544 beschreibt ein Verfahren zur Herstellung von Formteilen aus h·artbaren Zusammensetzungen mit Oberfl·achenbereichen die Farbkontraste aufweisen, wobei eine Form-Oberfl·ache vor dem Einf·ullen der h·artbaren Zusammensetzungen mit einem Farbmittel beschichtet bestehend aus a) mindestens 25 Gew.-% eines fl·ussigen Tr·agers, der 0 - 100 Gew.-Teile einer polymerisierbaren Fl·ussigkeit und 100 - 0 Gew.-Teilen einer nicht polymerisierbaren organ. Fl·ussigkeit b) 0,1 - 10 Gew.-% eines anorganischen Pigments oder 0,0001 - 1 Gew.-% organ. Farbstoffe c) 0 - 60 Gew.-% eines feinverteilten F·ullstoffs, d) 0,1 - 50 % eines im Tr·ager a) l·oslichen, trocknenden Alkydharzes und e) einen in der Fl·ussigkeit l·oslichen Polymeren. Aufgabe und L·osung Die Vorgehensweise des Standes der Technik zur Herstellung von Polymerisatformst·ucken mit farblich differenzierten bzw. kontrastierenden Oberfl·achenbereichen, wie sie insbesondere im Sanit·argebiet erw·unscht sind, konnten nicht in jeder Hinsicht befriedigen. So waren insbesondere ein besseres Verhalten gegen·uber kratzender bzw. reibender Beanspruchung der farbstoffhaltiger Oberfl·achenschicht sowie verbesserte Farbtiefe anzustreben. Besonderes Augenmerk war auch dem "Water-Whitening"-Effekt (Tendenz zum Ausbleichen unter dem Einfluss von Feuchtigkeit) zu schenken. Es wurde nun gefunden, dass das Verfahren zur Herstellung von Polymerisatformst·ucken aus Giessharzen mit farblich differenzierten Oberfl·achenbereichen gem·ass der vorliegenden Erfindung die Forderungen der Technik sehr weitgehend erf·ullt. Die Erfindung betrifft somit ein Verfahren zur Herstellung von Polymerisatformst·ucken aus hochgef·ullten Giessharzen mit farblich differenzierten Oberfl·achenbereichen bei dem eine Oberfl·ache des formgebenden Werkzeugs vor dem Verf·ullen mit dem Giessharz mit einem h·artbaren ·Uberzug einer farbmittelhaltigen Zusammensetzung derartig beschichtet wird, dass farbliche Differenzierung entsteht, bei welchem die Beschichtung in mindestens zwei Lackierungsschritten auf die daf·ur vorgesehene Oberfl·ache des Werkzeugs aufgebracht wird, wobei im ersten Lackierungsschritt eine f·ullstoffhaltige Lackdispersion L-1 ohne Farbmittelzusatz, im zweiten Lackierungsschritt ein f·ullstoff-freier farbmittelhaltiger Lack L-2 (ohne F·ullstoffzusatz) und gegebenenfalls in einem dritten Lackierungsschritt ein f·ullstoffhaltiger Lack L-1' ohne Farbmittelzusatz aufgebracht wird, und nach erfolgter Trocknung der Lackschichten das Werkzeug mit dem Giessharz gef·ullt, unter Erw·armen polymerisiert und schliesslich entformt wird. Vorzugsweise geh·oren die Lacke L-1 und L-1' dem gleichen Typus an, bzw. sind identisch. Als Giessharze gem·ass der vorliegenden Erfindung werden im Einklang mit dem Stand der Technik fl·ussige oder durch m·assige Erw·armung verfl·ussigbare, in Formen vergiessbare, h·artbare Kunstharze verstanden, bei deren Aush·artung die Polymerisatformst·ucke gebildet werden. Einschl·agig sehr gut brauchbare Giessharze G bzw. entsprechende Praepolymerisate k·onnen dem europ. Patent 218 866 bzw. der US-A 4 786 660 oder den US-A 4 221 697 bzw. US-A 4 251 576 entnommen werden. Vorzugsweise geh·oren die Giessharze G der Klasse der Acrylharze an, besonders bevorzugt handelt es sich um Polymere auf Basis von Methylmethacrylat, wobei vorteilhafterweise ein Gemisch aus einem Praepolymerisat und den Monomeren zur Anwendung kommt. Vorzugsweise handelt es sich um f·ullstoffhaltige "gef·ullte" Giessharze, insbesondere um hochgef·ullte Giessharze, speziell um solche, bei denen die F·ullstoffe einen Anteil von 50 - 80 Gew.-% bezogen auf das Giessharz ausmachen. Als F·ullstoffe F eignen sich die einschl·agig f·ur Giessharze verwendeten feinteiligen anorganischen oder organischen Materialien. Zweckm·assig wird eine Korngr·osse von 100 mu m Durchmesser, vorzugsweise 50 mu m nicht ·uberschritten. Vorzugsweise sollen zweckm·assig mindestens 95 % der Teilchen Die mechanischen Eigenschaften wie H·arte, elastischer Schermodul bemessen sich nach dem vorgesehenen Anwendungszweck der Giessharze. Dabei kann die Einstellung eines elastischen Schermoduls von wenigstens 5 GNm<-><2> vorteilhaft sein. Geeignet sind z.B. Mineralien wie Aluminiumoxide, Aluminiumhydroxide und Derivate z.B. Alkali- und Erdalkalidoppeloxide und Erdalkalihydroxide, Tone, Siliciumdioxid in seinen verschiedenen Modifikationen, Silikate, Aluminosilikate, Carbonate, Phosphate, Sulfate, Sulfide, Oxide, Kohle, Metalle und Metallegierungen. Ferner sind synthetische Materialien wie Glasmehl, Keramik, Porzellan, Schlacke, feinverteiltes synthetisches Si O2 geeignet. Genannt seien Kiesels·auremodifikationen wie Quarz (Quarzmehl) Tridymit und Cristobalit, sowie Kaolin, Talcum, Glimmer, Feldspat, Apatit, Baryte, Gips, Kreide, Kalkstein, Dolomit. Gegebenenfalls k·onnen auch Gemische von F·ullstoffen angewendet werden. Der F·ullstoffanteil an den Giessharzen betr·agt in der Regel mindestens 20 Gew.-%. Im allgemeinen wird ein Anteil von 80 Gew.-% nicht ·uberschritten. Als Richtwert sei ein F·ullgehalt der Giessharze von 50 - 80 Gew.-% angegeben. Die Herstellung der F·ullstoffe in den zweckm·assigen Korngr·ossen kann nach den bekannten Verfahren erfolgen z.B. durch Brechen und Mahlen. Besonders bevorzugt ist Cristobalit. Das erfindungsgem·asse Verfahren bedient sich zur Gewinnung der farblich differenzierten Oberfl·achenbereiche - wie bereits ausgef·uhrt - mindestens einer Zweischrittzweckm·assig einer Dreischrittlackierung. Im ersten Lackierungsschritt kommt eine f·ullstoffhaltige Lackdispersion L-1 ohne Farbmittel -Zusatz zur Anwendung. Am Aufbau der f·ullstoffhaltigen Lackdispersion L-1 ist neben der F·ullstoffkomponente F', ein polymeres Bindemittel B und eine fl·ussige Tr·agerkomponente T beteiligt. Die F·ullstoffkomponente F'entspricht den vorstehend f·ur die F·ullstoffe F gemachten Angaben. Hinsichtlich der Wahl des F·ullens besteht somit eine relativ weite Option, die zur Optimierung der Eigenschaften ausgen·utzt werden kann. Vorzugsweise liegt die Teilchengr·osse im Bereich 30 - 0,5 mu m, insbesondere 20 - 1 mu m, speziell 10 - 1 mu m. Vorzugsweise liegt die H·arte (nach Mohs: vgl. R·ompp's Chemie-Lexikon 9. Auflage, S. 1700, Georg Thieme Verlag 1990) der F·ullstoffe F bei >/= 6. Besonders genannt seien Siliciumdioxid in seinen verschiedenen Modifikationen, Silikate, Aluminosilikate sowie Aluminiumoxide, Aluminiumhydroxide und Derivate, insbesondere auch synthetische Materialien wie Glask·ugelchen bzw. Glasmehl, Keramik, Porzellan, gegebenenfalls auch Gemische derselben. Als vorteilhaft hat sich mitunter die Anwendung silanisierter F·ullstoffe, wie sie z.T. kommerziell angeboten werden, erwiesen. Solche Silanisierungen k·onnen insbesondere mit Methacryloylsilanen, mit Vinylsilanen, Aminosilanen u.·a. durchgef·uhrt sein (vgl. D. Skudelny Kunststoffe 77, 1153 - 1156 (1987) Kunststoffe 68 (1978); Firmenschrift Dynasilan TM , Haftvermittler, der Dynamit Nobel, Chemie). Dem Bindemittel B kann innerhalb der Lackdispersion L-1 die Funktion zugeordnet werden, einerseits den F·ullstoff F' zu umh·ullen, andererseits die Fixierung des F·ullstoffs auf der Werkzeugoberfl·ache zu unterst·utzen. Dabei kann mit Erfolg auf einschl·agige polymere Bindemittel des Standes der Technik zur·uckgegriffen werden. (Vgl. H.F. Mark et al. Encyclopedia of Polymer Science & Technology 2nd Ed. Vol.3. pg. 615 - 628, J. Wiley 1985). Im allgemeinen stehen F·ullstoffe F' und Bindemittel B im Verh·altnis 1 : 1 bis 20 : 1 Gew.-Teile, vorzugsweise 2 : 1 bis 10 : 1 Gew.-Teile. In erster N·aherung lassen sich die in Frage kommenden Bindemittel B einteilen in polymere Binder (B-P) und Reaktive Binder-Systeme (B-R) (vgl. H. Wagner & H.F. Sarx Lackkunstharze, Carl Hanser Verlag, M·unchen 1959), welche in der Tr·agerkomponente T l·oslich sind. Die polymeren Binder B-P k·onnen zweckm·assig derselben Polymerklasse wie die Giessharze selbst angeh·oren. Beispielsweise sind sie ausgew·ahlt aus der Gruppe der Poly(meth)acrylate, insbesondere des Polymethylmethacrylats und seiner Copolymerisate. Im allgemeinen liegt das Molekulargewicht Mw der polymeren Binder im Bereich 10 000 - 1 000 000, vorzugsweise im Bereich 100 000 - 500 000 Dalton, wobei das Kriterium der L·oslichkeit in der Tr·agerkomponente T erf·ullt sein soll. Das Bindemittel B-P kommt in einem geeigneten Solvens gel·ost, vorzugsweise in der Tr·agerkomponente T zur Anwendung. Die Anwesenheit der polymeren Binder B-P ist nicht zwingend erforderlich, dagegen bedarf es zur H·artung mindestens eines reaktiven Binder-Systems B-R. Diese Systeme sind insbesondere aus zwei oder mehreren Komponenten aufgebaut, die unter den herrschenden Bedingungen h·arten. (Vgl. H. Wagner, H.F. Sarx Lackkunstharze loc.cit; Kirk-Othmer, Encyclopedia of Chemical Technology 3rd Ed. Vol. 6, pg. 427 - 445, J. Wiley 1979). Verwendbare Binder k·onnen ausgew·ahlt sein aus der Klasse der Polykondensationsharze, der Polyadditionsharze und der Polymerisationsharze. Genannt seien beispielsweise die Gruppen der Alkydharze, insbesondere ·olmodifizierte beispielsweise der oxidierten Alkydharze EMI9.1 ·Olmodifizierten Epoxyharzen plus Aminoplasten. Der ·Olgehalt kann dabei bei 2 0 - 80 Gew.-% liegen. Phenoplasten (mit oder ohne Epoxy-, Vinylacetal- oder Aminoplastkomponente) Vinylacetale mit oder ohne phenolischer allylaminoplastischer Komponente Polyester- und Triazinharze Allylpolyester Komplexe Aminoharze Inden- u. Cumaronharze Besonders genannt seien z.B. Bindemittel B-R gebildet aus z.B. einem aromatischen Polyisocyanat (z.B. Handesprodukte vom DESMODUR TM -Typ, Produkte der Fa. Bayer AG und Polyestern oder Polyethern mit freien Hydroxylgruppen (beispielsweise Handelsprodukte vom Typ DESMOPHEN TM der Bayer AG) oder mit Hydroxygruppen-haltigen Acrylharzen (beispielsweise Handelsprodukt JAGOTEX TM F232, Produkt der Fa. J·ager Fabrik chemischer Rohstoffe). Zu einer dreidimensionalen Vernetzung muss mindestens einer der Reaktionspartner drei oder mehr reaktive Gruppen im Molek·ul aufweisen. Vorteilhafterweise gibt man noch einen oder mehrere an sich bekannte Katalysatoren, insbesondere Sn- bzw. Zn-Verbindungen, z.B. Salze von Fetts·auren wie z.B. Dibutylzinnlaurat, Zinkoctoat in den ·ublichen Mengen, beispielsweise im Promillebereich zu. Die Lacke L-1 bzw. L-2 und L-1' k·onnen noch funktionalisierte Monomere wie (Meth)acryls·aure zur Verbesserung der Haftfestigkeit in Anteilen von 1 bis 50 Gew.-% bezogen auf die Bindemittel B-P + B-R enthalten ferner an sich bekannte vernetzende Monomere (vgl. Rauch-Puntigam Acryl- und Methacrylverbindungen, Springer-Verlag 1967), beispielsweise (Meth)acryls·aureester von mehrwertigen Alkoholen (Polyolen) wie Glykoldimethacrylat u.·a. gew·ohnlich in Mengen unter 15 Gew.%. Genannt seien als Bindemittel z.B. Kombinationen von Bindern B-P wie Polymethylmethacrylat, gegebenenfalls mit einem Comonomeranteil - meistens < 15 Gew.-% - beispielsweise Methylacrylat, Ethylhexyl(meth)acrylat u.·a. mit einem Binder B-R gebildet, beispielsweise aus einem aromatischen Polyisocyanat (z.B. Handelsprodukt DESMODUR N 75) und einem hydroxylgruppenhaltigen Polyacrylat (Handelsprodukt JAGOTEX F 232). Als Anhalt f·ur die Anwendung seien Gew.-Verh·altnis B-P zu B-R von (3 - 2) : 1 angegeben. Die fl·ussige Tr·agerkomponente T im Lack L-1 gew·ahrleistet die Spritzf·ahigkeit um sich nach einer gewissen, zweckm·assig gew·ahlten (Trocken)zeit zu verfl·uchtigen. Die Tr·agerkomponente T hat demzufolge als Anhalt einen Siedepunkt (unter Normalbedingungen) im Bereich 50 - 220 Grad C, vorzugsweise im Bereich 75 - 170 Grad C. (Allerdings kann gegebenenfalls auch die Kombination aus einer h·oher siedenden und einer niedersiedenden Komponente zum Ziel f·uhren). Die Tr·agerkomponente T kann somit vorteilhaft ausgew·ahlt werden aus der Gruppe bestehend aus Monomeren, speziell radikalisch polymerisierbaren, beispielsweise vom Typ der (Meth)acryls·aureester, insbesondere mit C1-C6-Alkylresten, ganz besonders C1 oder C2-Ester (= T-M) L·osemittel, beispielsweise vom Typ der (aromat. Kohlenwasserstoffe, der Ketone (= T-L) Als zus·atzliches Auswahlkriterium f·ur die Tr·agerkomponente T-L kann eine Verdampfungszahl (bezogen auf Ether = 1) von 2 - 100, speziell von 2,5 - 50 herangezogen werden. Die Verdampfungszahl (Verdunstungszahl) ist so definiert als die Zeit, bei der eine bestimmte Menge L·osungsmittel (gew·ohnlich 0,3 ml innerhalb 5 sec. aus 10 mm Abstand auf Filterpapier aufgetragen) im Vergleich zu Ethylether verdunstet ist. (Vgl. DIN 53 170; Ullmanns Encyclop·adie der Techn. Chemie, 4. Auflage Bd. 16, S. 289, V.C. 1978). Als Beispiele f·ur die Tr·agerkomponente T-M seien genannt Methylmethacrylat, Methylacrylat, Ethylmethacrylat, n-Butylmethacrylat u.·a. Als Beispiele f·ur die Tr·agerkomponente T-L seien genannt das Butylacetat, Ethoxyethylacetat u.·a. Als vorteilhaft kann sich eine Kombination aus T-L + T-M erweisen. Im allgemeinen steht die Tr·agerkomponente T zur F·ullstoffkomponente F' im Gewichtsverh·altnis 10 : 1 bis 0,5 : 1. Der im zweiten Lackierungsschritt verwendete farbmittelhaltige Lack L-2 enth·alt obligatorisch die Tr·agerkomponente T sowie - im Lack dispergiert oder gel·ost - ein oder mehrere Farbmittel FM. Vorzugsweise enth·alt der Lack auch Bindemittel B in Form von B-P und/oder B-R. Der Anteil der Tr·agerkomponente T am Lack L-2 liegt im allgemeinen im Bereich 40 - 90 Gew.-%, der Anteil des polymeren Bindemittels B-P bei 0 - 20, vorzugsweise 0,5 bis 10, insbesondere 1 - 10 Gew.-%. Der Anteil des Farbmittels F-M am Lack L-2 liegt gew·ohnlich im Bereich 0,1 - 10 Gew.-%, vorzugsweise 1 - 5 Gew.-%. Eine typische Zusammensetzung f·ur den Lack L-2 kann somit sein: Columns=3 ca.67,5 Gew.-TeileMethylmethacrylat 5,5 Gew.-TeilePMMA 2,3 Gew.-TeileFarbmittel 23,0 Gew.-Teile2-Komponenten-Bindemittel B-R (beispielsweise JAGOTEX F232/DESMODUR N75im Gew.-Verh·altnis ca. 3 : 1). Als L·osemittel f·ur B-R werden die bereits unter T genannten eingesetzt, beispielsweise Butylacetat, Ethylacetat oder Monomeres wie MMA. Als Farbmittel F-M kommen die ·ublicherweise verwendeten Pigmente, gegebenenfalls auch Farbstoffe infrage (vgl. M. & O. L·uckert, Pigment- und F·ullstofftabellen, Laatzen 1980; H. Batzer, Polymere Werkstoffe Bd. II, S. 337 - 353, Georg Thieme Verlag 1984). Als Weisspigmente seien z.B. solche auf TiO2- bzw. ZnS-Basis, als Gelb- bzw. Rotpigmente solche auf Eisenoxidbasis, als Schwarzpigmente Schwarzrusse, als Blau- bzw. Gr·unpigmente solche auf Ultramarin bzw. Kobalt-Basis erw·ahnt. Zur Herstellung der Lacke L-1 kann beispielsweise so vorgegangen werden, dass man s·amtliche Komponenten mit Ausnahme des Bindemittels B-R in der Tr·agerkomponente T dispergiert, zweckm·assig mit Hilfe eines Dissolvers, sodann wird die Bindemittelkomponente B-R zugesetzt und gel·ost. Analog kann auch die Herstellung der Lacke L-2 vorgenommen werden, jedoch verwendet man zweckm·assig ein Dispergier-Aggregat (nach dem Rotor-Stator-Prinzip). Dabei werden die Farbmittel F eindispergiert. Der gegebenenfalls in einem dritten Lackierungsschritt zur Anwendung kommende Lack L-1' entspricht in seiner stofflichen Zusammensetzung dem Lack L-1; Im allgemeinen wird er mit L-1 identisch sein, jedoch k·onnen auch vom jeweiligen Lack L-1 verschiedene Lacke L-1' angewendet werden. Durchf·uhrung des Verfahrens Die Durchf·uhrung des erfindungsgem·assen Verfahrens setzt die ·ublichen Formwerkzeuge und Spritzvorrichtungen voraus. Die Modalit·aten des Auftrags lassen sich vorteilhaft an einer Metallplatte (beispielsweise an einer vernickelten, hochglanzpolierten Messingplatte) demonstrieren. Als Temperatur der Wahl f·ur die zum Auftrag vorgesehenen Metallfl·achen sei 70 Grad C angegeben. Vorg·angig empfiehlt sich etwa 30 min·utiges Erw·armen, beispielsweise im Trockenschrank bei dieser Temperatur. Der Auftrag kann mit einer geeigneten Spritzpistole (z.B. Marke SATA Minijet), beispielsweise mit 0,8 mm D·use und einem Druck von 2,5 bar vorgenommen werden. Vorteilhafterweise erzeugt man die einzelnen Lackschichten durch je zweimaliges Spritzen der Lacke L-1, L-2 und gegebenenfalls L-1' in den daf·ur vorgesehenen Oberfl·achenbereichen. Die Lackierung mit den Lacken L-1 bzw. L-1' kann selbstverst·andlich ·uber die mit dem farbgebenden Lack L-2 beschichteten Oberfl·achenbereiche hinausgehen. Die Lackierdauer betr·agt im allgemeinen 2 - 2,5 Minuten. Unmittelbar nach der letzten Lackierung gibt man den Gegenstand wiederum in die Heizkammer (Trockenschrank) bei 70 Grad C. Innerhalb kurzer Zeit, beispielsweise unterhalb von 5 Minuten erfolgt dann zweckm·assig das Verf·ullen mit dem Giessharz G. Das Vorgehen sei anhand eines PMMA/MMA-Giessharzes n·aher erl·autert. Man stellt beispielsweise innerhalb von ca. 3 Minuten aus der mit der Lackierung versehenen Metallplatte, einer passenden zweiten, unlackierten Metallplatte, (als Anhalt 350 x 350 x 4 mm) und einer Dichtschnur, (beispielsweise PVC-Schnur mit 4 mm Durchmesser) eine Form-Kammer her, in welche man das meist eingef·arbte (entgaste) Giessharz aus beispielsweise PMMA/MMA mit wenigstens einem die radikalische Polymerisation ausl·osenden Initiator, beispielsweise einem Perester wie Bis-(4-tert.butylcyclohexyl)peroxydicarbonat in ·ublichen Mengen (z.B. 0,5 - 5 Gew.-% bezogen auf die Monomeren) innerhalb kurzer Zeit, beispielsweise ca. 1,5 Minuten verf·ullt. Nach dem Verschliessen der Form-Kammer wird zun·achst bei erh·ohter Temperatur - beispielsweise bei ca. 65 Grad C und im Wasserbad zweckm·assig bei waagrechter Lage der Formkammer und vorteilhaft mit der lackbeschichteten Seite nach unten - w·ahrend eines Zeitraums von - als Anhalt - 20 Minuten und anschliessend bei noch h·oherer Temperatur, beispielsweise bei 100 Grad C, vorzugsweise im Trockenschrank getempert. Anschliessend kann man die Form-Kammer herausnehmen und bei 60 - 70 Grad C entformen. Vorteilhafte Wirkungen Das erfindungsgem·asse Verfahren zeigt im Vergleich mit dem Stand der Technik ein deutlich verbessertes Verhalten gegen·uber Abrieb und Verkratzen. Es gelingt mit dem erfindungsgem·assen Verfahren nicht nur die farblich differenzierten Oberfl·achenbereiche sondern gegebenenfalls die gesamte exponierte Oberfl·ache zu sch·utzen. Der Farbeindruck der erfindungsgem·ass ausger·usteten Oberfl·achen ist tiefer und sie zeigen einen h·oheren Glanz. Die folgenden Beispiele dienen zur Erl·auterung der Erfindung. Die Bestimmung der reduzierten Viskosit·at eta spec/c erfolgt in Anlehnung zu DIN 1342, DIN 51 562 und DIN 7745. BEISPIELE Beispiel 1: Lack L-1 In 75 Gew.-Teilen Methylmethacrylat werden 3,5 Teile eines Polymethylmethacrylats mit einem Gehalt von 10 Gew.-% Methylacrylat (Mw = ca. 350 000) gel·ost und 45 Gew.-Teile silanisiertes Cristobalit (Produkt SILBOND TM 6000 MST der Quarzwertke Frechen) am Dissolver mit ca. 10,0 m/sec 15 Minuten lang dispergiert. In dieser Suspension werden 4,35 Gew.-Teile eines hydroxylgruppenhaltigen Acrylharzes (OH-Gruppengehalt von 3,6 %, 60 %ig im LM-Gemisch Xylol/Solvesso 100/Butylacetat 2 : 1 : 1, Produkt JAGOTEX TM F232 der Fa. E. J·ager, D·usseldorf) und 1,4 Gew.-Teile eines aromatischen Polyisocyanats (75 %-ig in Ethylglycolacetat/Xylol (1 : 1); NCO-Gehalt 16,5 %, Produkt DESMODUR TM N75 der Bayer AG, Leverkusen) gel·ost. Dazu gibt man 0,076 Gew.-Teile Dibutylzinndilaurat als Katalysator. Beispiel 2: Lack L-2 Herstellung einer braunen Farbpaste 0,7 Gew.Teile Titandioxid, 1,7 Gew.-Teile Eisenoxidrot, 0,06 Gew.-Teile Eisenoxidschwarz werden an einem Rotor-Stator-Dispergator (ULTRATURRAX TM , Fa. Janke & Kunkel, Freiburg in ca. 46 Gew.-Teilen Methylmethacrylat dispergiert, in dem zuvor 5 Gew.-Teile PMMA mit eta spec/c von 50 - 55 cm<3>/g gel·ost worden waren. Man f·ahrt solange fort, bis die Dispersion 55 Grad C erreicht hat. Zu dieser Farbpaste gibt man 21,5 Gew.-Teile Methylmethacrylat, 17,4 Gew.-Teile eines hydroxylgruppenhaltigen Acrylharzes (JAGOTEX F232) und 5,6 Gew.-Teile eines aromat. Polyisocyanats (DESMODUR TM N75) sowie 0,015 Gew.-Teile Dibutylzinndilaurat. Die Qualit·at der Beschichtung, die zu farblich differenzierten Oberfl·achenbereichen f·uhrt, kann mit auf den praktischen Gebrauch, beispielsweise im K·uchen- und Santit·atsbereich, zielenden Testmethoden untersucht werden. Test auf Abriebfestigkeit/Sandstrahl-Test Die Qualit·at der Beschichtung wird mittels einer Druckluft-Sandstrahl-Behandlung (gestrahltes Material "BALLONTINI"-Glasperlen, Strahlgeschwindigkeit = 450 mm/min) festgestellt. Als Probest·ucke dienen jeweils herausges·agte Platten von 20 x 10 cm Fl·ache. Die Probest·ucke werden auf einer Fr·asbank mit beweglichem Tisch nebeneinander fest eingeklemmt. Die Sandstrahlpistole wird an der Stelle des Fr·askopfs fest installiert. Der Tisch wird dann bis zum Anschlag mit dem Gummimantel des Pistolenlaufs hochgefahren. Die Einstellung der Vorrichtung wird w·ahrend der einzelnen Tests nicht mehr ver·andert. Mittels eines Reduzierventils l·asst sich die Druckluft variieren. Bei jeder Druckluft-Einstellung wird jeweils ein Strich gezogen. Probe I: Ausf·uhrung gem·ass EP-B 0 061 245 Probe II: Erfindungsgem·asse Ausf·uhrung, beschichtet mit Lack L-1-1 und Lack L-2-1 Das Giessharz G war in beiden F·allen identisch. Ergebnisse: Columns=3 Head Col 1: Druck (bar) Head Col 2: Probe I Head Col 3: Probe II 6ab 5ac 4bc 3ce 2de 1ee 0,5ee a = Pigment v·ollig entfernt; starker Glanzverlust b = Pigment teilweise entfernt; Glanzverlust c = Glanzverlust, Pigment intakt d = leichter Glanzverlust e = kein Glanzverlust