
Ontologien, Extraktions-Pipelines, Wissensplattformen für Funktionskeramik. Warum genau hier ein KMU der richtige Akteur ist — und
nicht das nächste Großforschungsinstitut.
Kulmbach, im Januar 2026. Numberland ist kein Konzern und keine Ausgründung. Es ist das Ingenieurbüro von Dr. Wolfgang Grond,
gegründet 1996 in Kulmbach mit dem Ziel, dokumentiertes Wissen - z. B. Werkstoffdaten - aus der Forschung in die industrielle Anwendung zu bringen. Studierter Materialwissenschaftler, Software-Architekt aus 25 Jahren Berufspraxis — eine Kombination,
die in deutschen Forschungsinstituten selten an einem Schreibtisch zusammenkommt.
Im Zentrum steht die OCO (OntoCrafter Ceramics Ontology) — eine Ontologie für keramische Werkstoffe, die heute ca. 5200 Klassen, 1700 Properties und ca. 170000 Axiome in 44 Modulen umfasst, mit verifizierten Brücken zu internationalen Standards (PMDco, BFO, QUDT, PROV-O, CHMO) und 160 publizierten Competency Questions, die alle automatisiert in einer CI-Pipeline getestet werden. Daneben entwickelt Numberland weitere Produkte: den SIPOC-Extraktor (automatische Datengewinnung aus Fachartikeln) und die OCO-Workbench.
Warum genau ein KMU? Drei Gründe. Erstens Geschwindigkeit: ein einziger Architekt, der Ontologie, Pipeline und Plattform aus einem Guss baut, ist schneller als drei Arbeitspakete an drei Lehrstühlen. Zweitens Architektur-Konsistenz: keine Versionskonflikte zwischen Doktoranden, keine Diskussionen über Modulgrenzen. Drittens Verwertungsdruck: ein KMU muss innerhalb der Förderlaufzeit ein tragfähiges Geschäftsmodell entwickeln — das erzwingt Pragmatismus, den ein Förderprojekt allein nicht erzeugt.
Mit der Beteiligung als IT-Partner im DILEMA-K-Konsortium hat Numberland einen ersten institutionellen Validierungsrahmen. Keramikhersteller und Forschungseinrichtungen liefern reale Pilotdaten, an denen die OCO sich beweisen muss. Was im akademischen Vakuum funktioniert, muss in der industriellen Praxis bestehen.
„Wir bauen keine weitere Ontologie für die Schublade. Wir bauen die Werkzeuge, mit denen ein Keramikhersteller nächste Woche besser arbeiten kann — und mit denen der Forscher in zehn Jahren immer noch unsere Daten abfragen kann. Das ist der Maßstab, an dem sich Software in der Materialwissenschaft messen lassen muss." — Dr. Wolfgang Grond, Inhaber Numberland
Zahlen, Daten, Fakten
- Numberland: Einzelunternehmen, gegründet 1996, Sitz Kulmbach
- Produkte: OCO-Ontologie, SIPOC-Extraktor, OCO-Workbench
- OCO heute: 5200 Klassen, 44 Module, 170000 Axiome, 160 CQs
- Beteiligung: IT-Partner im DILEMA-K-Konsortium (BMBF-MaterialDigital3)
- Lizenzmodell: CC-BY, CC BY-SA, proprietär